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Pflanze Europas 2006: Wassernuß
 
In Zusammenarbeit mit dem Institut für Geobotanik der Universität Hannover verlieh die Dr. Pandalis Stiftung der Wassernuß im Frühjahr 2006 die Auszeichnung der „Pflanze Europas“.

Botanik
Die Wassernuß (Trapa natans L.) stammt aus der Familie der Trapaceae. Ihr Hauptverbreitungsgebiet liegt in Europa und erstreckt sich über Zentralfrankreich, Norddeutschland, Polen, Spanien, Mittelitalien, Griechenland und die Türkei. Mit ihren Schwimmblättern besiedelt sie sommerwarme, eher kalkarme, stehende und unseichte Gewässer. Starke Wasserverschmutzung oder landschaftliche Entwässerung z.B. durch landwirtschaftliche Nutzung ist daher der Hauptgrund für den Rückgang der bereits als „stark gefährdet“ klassifizierten Wassernuß.

Der einjährige, seltene aber gesellige Hydrophyt wird bis zu 3 Meter lang und besitzt 5-50 als Schwimmblattrosette angeordnete Blätter. Die weißen Blüten der Wassernuß sind in den Blattwinkeln gestielt und öffnen sich im August, sobald die Wassertemperatur 20°C erreicht. Die holzigen Früchte von Trapa natans L. sind vielgestaltig mit 2 oder 4 Zacken. Keimfähig sind sie nur bei einer Wassertemperatur über 12°C ohne vorheriger Austrocknung. Die Früchte überwintern im Schlamm auf dem Gewässergrund. Der eßbare Teil der Früchte ist der Samen, der zu 40-60% aus Stärke besteht und in Salzwasser wie Kartoffeln gegart, oder wie Maronen geröstet werden kann. Auch roh ist er durchaus genießbar.

Geschichte
Trapa natans L. ist ein voreiszeitliches Relikt, die sich während der inter- und postglazialen Perioden Europas verbreitete. Es sind viele verschiedene, teils auf kleine Areale beschränkte Formen beschrieben, die sich hinsichtlich ihrer Fruchtmorphologie unterscheiden. In den Schweizer Moorbauten und in Südskandinavien sammelten schon die Neolithiker Wassernüsse als Speise und trugen zu ihrer Verbreitung bei. Ihre aufgebrochenen Fruchtschalen wurden in Moorsiedlungen am Federsee und in Südostschweden zuhauf gefunden.

Die Verwendung der Steinkerne der Wassernuß als Material für Rosenkränze geht in Oberitalien mindestens bis ins 16. Jahrhundert zurück. Noch heute werden am Lago Maggiore Rosenkränze aus hellen (frischen) und schwarzen (entleerten) Nüssen verschiedener Unterarten feilgeboten.

Neben der kulinarischen und praktischen Verwendung kam der Wassernuß auch volksmedizinische Bedeutung zu. Wegen ihrer aphrodisierenden und psychoaktiven Wirkung wurde sie als „Hexenpflanze“ betitelt. Hippokrates beschrieb die Verwendung eines kühlenden Getränkes aus Trapa bei Entzündungen. Dioskurides, Plinius u.a. empfahlen den Gebrauch von Umschlägen, wie auch Mund- und Augenwasser. Bis 1750 hielten mitteleuropäische Apotheken Wassernüsse (Nüculae aquäticae) vorrätig. Noch um 1800 diente ein Abguß der sogenannten „Stechkrallen“ in Württemberg gegen Seitenstechen. In Kärnten fand das Mehl ihrer Früchte gegen Durchfall durchaus noch viel später Anwendung, wobei die Wirkung auf ihrem hohen Gerbsäuregehalt beruhen soll.
 
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